Fritz Martinz

 

(1924-2002)

Fritz Martinz wurde am 29. Mai 1924 in Bruck an der Mur geboren. Er studierte ab 1939 bei Prof. Rudolf Szyszkowitz an der Kunstgewerbeschule Graz. Nach den Kriegsjahren ging Fritz Martinz 1947 nach Wien an die Akademie, wurde in die Meisterklasse von Professor Albert Paris Gütersloh aufgenommen und bereitete dort sein Diplom vor. Durch seine intensiven künstlerischen wie gesellschaftlichen Erfahrungen schien es ihm unbedingt notwendig einer für die damalige Zeit neuen, realistischen Grammatik folgen zu müssen und er entschied sich konsequent gegen abstrakte oder die literarischen Bildgestaltungen der „Phantasten". Durch das Studium der menschlichen Figur kam Martinz immer stärker zu seinen thematischen Bildaussagen. Im Jahr 1949 holte ihn Prof. Gütersloh in die Vereinigung der Wiener Secession.

1950 bereitete Martinz sein Diplom vor und erhielt dafür den Staatspreis innerhalb der Akademie. In den fünfziger Jahren beschäftigte er sich mit großen Figurenkompositionen.

1953 folgte eine Einladung zur Biennale in Venedig. Die Gespräche und die Auseinandersetzung mit den Arbeiten der damaligen italienischen Realisten fanden Niederschlag in Martinz‘ figurativer Malerei. Eine sehr intensive Arbeitszeit begann. Durch das Interesse an kontinuierlich realistischen Themen verbrachte Fritz Martinz Monate im Schlachthaus St. Marx, das zum zentralen Thema wurde.
In den Jahren 1953–1960 entstanden die wichtigsten Bilder. 1960 trat Martinz mit seinen Werken an die Öffentlichkeit. Gemeinsam mit Alfred Hrdlicka präsentierte der Künstler in der damals noch existierenden Zedlitzhalle seine Werke.

Anschließend wurde Martinz zu vielen internationalen Ausstellungen eingeladen. 1962 fand die zweite Realistenschau, abermals mit Hrdlicka, statt. Die künstlerische Auseinandersetzung mit Bildraum, Farbe und Form wurden immer spezifischer, klarer und zwingender. In ständiger Wechselwirkung von Ausstellung und konzentrierter Arbeit vollzogen sich die Jahre bis zur wesentlichen Explosion der Realistengruppe als „Figur -Wiener Naturalisten" in der Tiefgarage der Zentralsparkasse Wien 1969. Im Herbst desselben Jahres wurde Martinz an die Kunstschule (Volkshochschule) Wien, Lazarettgasse als Lehrer berufen. Sein leidenschaftliches künstlerisches Schaffen setzte er bis zu seinem letzten Atemzug fort.

Dorothea Martinz